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Volltreffer: Mario Gomez lässt altes Stadthaus Backnang als Restaurant wieder aufleben

Im Herzen der Altstadt von Backnang, direkt gegenüber vom historischen Rathaus, erstrahlt das frisch sanierte Barockhaus „Alte Vogtei“ in neuem Licht und neuer Funktion: Das denkmalgeschützte historische Stadthaus aus dem Jahr 1698 wurde von der ortsansässigen Fuhrmann & Benignus GmbH umfassend restauriert und zum Gastrohotel umgebaut. Fußball-Nationalspieler Mario Gomez erwarb als Investor das schlüsselfertige Konzept. Die Anforderungen an das Sanierungsvorhaben waren nicht nur aufgrund des prominenten Käufers hoch: Das Gebäude sollte sich wieder in das historische Stadtbild einfügen. Die Fachwerkwände wurden dazu komplett freigelegt, ausgebessert und mit Holzwerkstoffen des AGEPAN® Systems von Glunz saniert. Aufgrund historischer Farbbefunde entschied sich Fuhrmann & Benignus dafür, das sichtbare Fachwerk zu verputzen und anschließend die verputzte Fassade wieder originalgetreu zu bemalen. Mit Hilfe eines kunsthistorischen Gutachtens und der aufwendigen Analyse von Originalfarbfragmenten wurde die ursprüngliche Bemalung rekonstruiert.

Backnang, 03. Dezember 2009

Die schwäbische Kreisstadt Backnang liegt rund 30 Kilometer nordöstlich von Stuttgart, eingebettet in eine wunderschöne Landschaft, die von grünen Hügeln und idyllischen Streuobstwiesen geprägt wird. Die Stadt mit 36.000 Einwohnern bildet durch ihre Lage am Rande des Schwäbisch-Fränkischen Waldes das Tor zum gleichnamigen Naturpark. Wer sich in der Backnanger Altstadt durch die kleinen Gassen zum Marktplatz begibt, trifft direkt gegenüber vom historischen Rathaus auf die „Alte Vogtei“. Von außen fällt dem Betrachter die Spannung aus jahrhunderteralter Tradition und modernen, reduzierten Formen des frisch sanierten Gebäudes auf: Die Fassade mutet durch die Verbindung von dezent beigem Grundton und großteils in hell-rot und weiß gehaltenen Fassadenmalereien gleichsam edel und reduziert an.

Raum für kulinarische Spezialitäten und Hotelgäste

Während der untere Stock des 1698 errichteten Gebäudes aus massiven Bruchsteinwänden (Wanddicke rund ein Meter) besteht, wurden die restlichen vier Stockwerke in Fachwerkbauweise erstellt. Das Barockhaus wurde zuletzt als Außenstelle des Backnanger Rathauses genutzt und diente einst als Amtssitz des Stadtvogtes, der hier als Stellvertreter des Herzogs residierte. Heute ist das Barockhaus weit über die Stadtgrenzen von Backnang bekannt. Der Denkmalspezialist Fuhrmann & Benignus GmbH hatte ein schlüsselfertiges Konzept für die Sanierung und den Umbau des Barockhauses zu einem Gastrohotel entwickelt und an den Stürmer des FC Bayern und Nationalspieler für Deutschland, Mario Gomez, verkauft. Die umfassenden Arbeiten begannen im April 2008 und dauerten insgesamt zehn Monate an. Der Grundriss des Barockhauses ist symmetrisch und funktional organisiert: Der Gewölbekeller fasst bis zu 45 Gäste. Im Erdgeschoss bietet der Restaurantbereich Platz für 70 Personen. Gäste, die länger bleiben möchten, finden in den 13 neuen Hotelzimmern in der ersten und zweiten Etage ein ansprechendes und modernes Ambiente vor.

Die richtigen Materialien für handwerkliche Perfektion

Die Sanierung des Gebäudes wird der „repräsentativen“ Funktion, die das Barockhaus seit jeher erfüllt, nicht nur von außen gerecht: Alle verwendeten Sanierungsmaterialien wurden mit Sorgfalt ausgewählt. So entschied sich Fuhrmann & Benignus bei der Wandsanierung bewusst für das AGEPAN® System der Glunz AG. „Für uns war es wichtig, dass nur ökologisch unbedenkliche Produkte verwendet werden – Polystyrol-Dämmplatten, PE-Folien oder Ähnliches kamen daher von vorne herein nicht in Frage. Außerdem hatten wir mit Aufbauten ähnlich dem des AGEPAN® Systems bereits bei zahlreichen anderen Bau-, Renovierungs- und Sanierungsprojekten sehr gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Rolf Fuhrmann, Geschäftsführer der Fuhrmann & Benignus GmbH. Das für die AGEPAN® System Produkte benötigte Holz wird aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern bezogen. Außerdem binden die Holzwerkstoffe das für den Treibhauseffekt mitverantwortliche CO2. Viele Produkte sind darüber hinaus nach dem Gütesiegel „natureplus“ zertifiziert – das garantiert, dass sie umweltgerecht hergestellt, baubiologisch unbedenklich und wohngesund sind.

Die Sanierung des Dachbereichs und der Fachwerkwände im Detail

Am Anfang der Sanierungsarbeiten standen dendrochronologische Untersuchungen am Gebäude. Die Jahresringanalyse ergab, dass die verbauten Holzbalken aus Eiche und Nadelhölzern teilweise noch aus dem Jahr 1698 stammten. Die dendrochronologische Datierung der Holzbalken am Walm ließ auf eine bauliche Veränderung des Dachstuhls in den Jahren 1799 - 1800 schließen. Bei einer Schadensbegutachtung stellte sich heraus, dass die Fachwerkkonstruktion aufgrund unsachgemäßer Ertüchtigungsarbeiten und Schädlingsbefall in Teilen einsturzgefährdet war – erstmalig war das Gebäude 1968 wieder instand gesetzt worden. Dabei war das Gebälk der Fachwerkgiebel, das offensichtlich Feuchteschäden hatte, zurückgebeilt und mit 8 Zentimeter starken Eichebohlen aufgedoppelt worden. Da die Bohlen damals nicht fachgerecht mit den abgebeilten Fachwerkbalken verbunden worden waren, hatten sie sich im Laufe der Zeit aufgrund von Druck stark nach außen gewölbt. Bei den Dachbalken und im Bereich des Giebels stellte Fuhrmann und Benignus zudem extreme Hausbockschäden fest. „Wir entschlossen uns, den maroden Giebel komplett in Holzständerbauweise zu ersetzen. Beim restlichen Fachwerk und im Dachstuhl haben wir alle Schäden an den bestehenden Balken ausgebessert“, so Rolf Fuhrmann. Der Grundriss wurde bei dieser Gelegenheit auf die ursprüngliche Form von 1698 zurückgebaut.

Bei der Dachkonstruktion setzten die Zimmerer von der Gebrüder Kirsch Holzbau GmbH 480 Quadratmeter AGEPAN® DWD protect N+F mit einer Stärke von 16 Millimetern ein. Die diffusionsoffene Platte übernimmt gleichzeitig die Funktion als Unterdach und oberseitige Dachschalung, denn sie ist durchtrittsicher, wind- und wasserdicht. „So konnten wir uns die Verlegung einer Unterspannbahn und damit einen Arbeitsschritt sparen“, erklärt Holger Kirsch.

Bei den Fachwerkwänden wurden als aussteifendes Element und als Dampfbremse AGEPAN® OSB für die Innenverkleidung der Wände gewählt. Für die Außenverkleidung wurde AGEPAN® DWD als aussteifende Scheibe verbaut. Das Ergebnis: Ein nach innen und außen diffusionsoffener Wandaufbau.

Komplexe Anforderungen an Außenwand und Putzaufbau

Bei der Auswahl der Baustoffe für die Außenwand und den Putzaufbau standen Fuhrmann & Benignus und der Stuckateur vor einer doppelten Herausforderung: Die Stadt Backnang wollte, dass sich die Fassade wieder in das historische Stadtbild eingliedert und erneut als Fachwerk gedeutet wird. Zunächst sollte das Fachwerk auch nach dem Umbau wieder zu sehen sein. Doch wie das Gutachten eines neutralen Kunsthistorikers zeigte, war das Haus ursprünglich edel verputzt und bemalt gewesen – ganz im Stil der zeitgenössischen Moderne. Die Freilegung und Analyse von Originalfarbfunden erlaubten die genaue Rekonstruktion der Bemalung. Deshalb entschied sich Fuhrmann & Benignus, dass das Gebälk nun auch wieder hinter Putz verschwinden und die Fassade von einem Restaurator bemalt werden sollte. Rolf Fuhrmann dazu: „Dieses Vorgehen war äußerst aufwendig und entsprechend kostspielig. Daher war für uns ein Wand- und Putzaufbau wichtig, der größtmögliche Sicherheit und Nachhaltigkeit für die Fassadenmalereien gewährleistet.“ Die Lösung: Die Fassade wurde im Bereich der Fachwerkwände mit dem Marmorit Warm-Wand-System AGEPAN® THD von Glunz und Knauf Marmorit verkleidet. Das System verbindet die Vorteile einer Holzfaserdämmung – winterliche Wärmedämmung, sommerlicher Hitzeschutz sowie hervorragende Wetterbeständigkeit – mit den bewährten Eigenschaften atmungsaktiver mineralischer Putze. Als Untergrund für den Putzaufbau dient die im Trockenverfahren produzierte Holzfaserdämmplatte AGEPAN® THD 230. Dank der besonders harten Oberfläche und unter Einsatz des im Putzsystems eingetragenen Armiermörtels Knauf SM 700 wird die höchste Schlagfestigkeitsgruppe (1) im Bereich Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) erreicht. Um die aufwendige Bemalung der Fassade zu ermöglichen und der Bildung von Rissen entgegenzuwirken, wurde ein besonderer Putzaufbau gewählt: Die Grundierspachtelung und das Flächengewebe wurden überputzt und mit dem Armiergewebe überzogen. Nach 14 Tagen wurde der Oberputz aufgebracht – hier wurde auf eine besonders feine Körnung geachtet (0,6 Millimeter), damit die Farben für die Fassadenmalerei nicht verschwimmen. Auf dieser Oberfläche gestaltete der Restaurator Erwin Raff aus Denkendorf die Fassade – insgesamt rund sieben Kilometer Linien und Strukturen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen – ein Besuch der Backnanger Altstadt und der „Alten Vogtei“ lohnt sich.

Über Sonae Indústria / Glunz AG

Als Tochtergesellschaft der Sonae Indústria (Maia, Portugal), produziert und vermarktet die Glunz AG, Meppen, an fünf Standorten in Deutschland konstruktive und dekorative Holzwerkstoffe für alle Anwendungsbereiche.

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